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Wienstrom

Wir veröffentlichen im Folgenden ein Flugblatt eines klassenbewussten Arbeiters von Wienstrom. 

Beschluss vom 19.02.2008 zum Widerstand wurde außer Kraft gesetzt.


Seit langen wussten wir, dass uns die Zerschlagung droht. Während für uns Image
umbarmherzig die Zeit verrinnt, laufen intensiv die Vorbereitungen für das
Ende der E-Werke. Mittlerweile ist ein Jahr verstrichen und noch immer ist
kein einziger und ernst zunehmender Protest dagegen erfolgt.
 
Zwar etwas spät, wurde endlich am 19. Februar 2008, bei der eigens dafür
einberufenen Plenarversammlung ein Beschluss darüber gefasst. Dabei hieß es
wir werden nicht länger die Bediensteten hinhalten und sie ruhig stellen,
diese Zeiten sind vorbei. Wir werden uns auch nicht von Häupl und Brauner
hinhalten und uns mit Zeitverschiebungen vertrösten lassen. Falls Häupl und
Brauner beim Treffen am 27.02.2008 weiter an ihren Kurs der Zerschlagung von
Wienstrom festhalten, dann werden wir mit allen zur Verfügung stehenden
Mitteln dies verhindern. Diesen Beschluss haben 2.400 Bedienstete in ihrer
Unterstützungserklärung unterschrieben. Aber das einzige was uns die
Finanzstadträtin Brauner angeboten hat, war der Trick des Hinhaltens, mit
der Verschiebung des Datums.

Unabhängig von Rang und Namen, jeder hat sich an den Beschluss zu halten.
Auch Heinz Kollinger (Vorsitzender der FSG Wienstrom) hätte sich an den
Beschluss halten müssen. Aber nein, ihm genügte bloß die Verschiebung des
Datums um den Beschluss der Plenarversammlung außer Kraft zu setzen. Der
Beschluss der Plenarversammlung bezieht sich ganz klar auf den Widerstand
gegen die Zerschlagung und nicht auf ein Datum. Auch die Bediensteten haben
für den Widerstand gegen die Zerschlagung, aber nicht für die Verschiebung
eines Datums unterschrieben.
 
Heinz Kollinger hat anstelle der Mobilisierung, die mit der
Unterschriftssammlung begonnen hat, die Betriebsversammlungen für das
Abwürgen des Widerstands missbraucht. Seine Abwürgung des Widerstands, trägt
zur Freude des Bürgermeisters Häupl, zur Zerschlagung von Wienstrom bei.
 
Die Betriebsversammlungen die eigentlich für die Mobilisierung angesetzt
waren wurden zur Offensive der Resignation umgewandelt, mit dem Schwerpunkt:
"Wir müssen uns damit abfinden." Pläne und Überlegungen wie man sich gegen
diese unsoziale Bedrohung zur wehr setzt, die gab es natürlich nicht. Im
Gegenteil, alle Meldungen in Richtung eines Gewerkschaftskampfes wurden
abgewürgt. Professionell meißelten sie in den Köpfen der Bediensteten den
Appell: "sich nicht zu wehren." Der Spezialist für diese Reden Manfred Fuchs
brachte es auf dem Punkt, "Wir werden unsere Munition nicht verschießen!"
Selbst, wenn heute Mobilisiert werden sollte, werden nach diesen
"Unformationsveranstaltungen", sich kaum Bedienstete an einem Widerstand
beteiligen. "Vielen Dank, für diese Gewerkschaftsarbeit!"
 
Der weilen wartete die Rathaus- SPÖ auf den Ausgang der
Betriebsversammlungen. Endlich kam für sie die erlösende Meldung: "Es gibt
keinen Widerstand." Der Auftrag vom Bürgermeister Häupl, die Bediensteten
auf die massiven Veränderungen vor zubereiten, ohne das es dabei zu einem
Arbeitskampf kommt, wurde erfolgreich von der FSG Spitze erledigt. Daraufhin
ließ am nächsten Tag die Konzernleitung die Katze aus dem Sack. Die Katze im
Sack war der Rundbrief, in dem die Konzernleitung ihre Pläne der
Zerschlagung von Wienstrom, in blumigen und höflichen Worten umschreibt.
 
Es ist ein Sieg für den unsozialen Kurs der Wiener SPÖ Spitze, ein Erfolg
der Zaren in der FSG, aber eine große Niederlage für die Zukunft der Wiener
Gemeindebediensteten.
 
PV Gilbert Karasek

 
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