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Wienstrom

Wir veröffentlichen im Folgenden ein Flugblatt eines klassenbewussten Arbeiters bei Wienstrom. Zuerst veröffentlicht von der KIV
(Konsequente Interessensvertretung)

Gemeinsam für Wienstrom

Nein zur Zerschlagung von Wienstrom
Für die Finanzstadträtin sind wir offenbar schon "gestorben".


Das Einsparungspotenzial soll bis auf die Grenzen ausgereizt werden. Image

Im Hintergrund der Zerschlagung steht das ehrgeizige Sparprogramm der Wiener SPÖ - in dessen Mittelpunkt die Ausschöpfung des Einsparungspotenzials an den Bediensteten.

Der Startschuss für dieses Sparprogramm wird mit der Enteignung der Elektrizitätswerke von seinem Netz vollzogen. Bis dahin sollen alle juristischen Fragen, die Fragen der Vermögungs- und Personaltrennung zwischen Netz und den Elektrizitätswerken und der Standorte der "neuen" Gesellschaften geklärt sein.

1.000 Arbeitsplätze einsparen

Ein Punkt, der auch die sozialen ArbeitnehmerInnen-Traditionen der E-Werke betrifft: Die angepeilte Netzlösung dient neben der Gewinnsteigerung auch der Zerstörung der sozialen Traditionen, welche die E-Werke schützend über die Bediensteten spannt.

Bürgermeister und Finanzstadträtin gehen davon aus, dass mit der Beseitigung der des gemeinsamen Unternehmens gleich von Beginn an bis zu 1.000 Arbeitsplätze eingespart werden können.

So funktioniert das Sparprogramm:

Mit dem Verschwinden der sozialen Traditionen fällt auch der soziale Schutz. Dann werden nach und nach auch alle hart erkämpften Rechte von Zulagen und Pauschalen, die Bezahlung von zusätzlich geleisteten Stunden und Arbeitsleistungen fallen. Dafür wird der gläserne Mensch, die technische Überwachung, die optimale Kontrolle der Arbeitskraft eingeführt.

Zudem bietet sich durch "Neu-Gründungen" und Umstrukturierungen der Netz- und Stromgesellschaften die Installation neokapitalistischer Methoden als  Geschäftsgrundlage an.

Zum Beispiel: Durch den Konkurrenzdruck des auf die Arbeitslöhne bezogenen Ausschreibungswesens lassen sich zu Lasten der Bediensteten noch viel Geld für den Konzern herausholen. Mit diesen unsozialen Maßnahmen - der Verbilligung der Arbeitskraft - versprechen sich Bürgermeister und Finanzstadträtin eine massive Profitsteigerung "ihres" Konzerns.

Sie dienen den Interessen einer kleinen reichen Oberschicht.

Bürgermeister Häupl und Finanzstadträtin Brauner lassen sich von den erzkonservativen Manager ihres Konzerns beraten. Sie drängen dazu, die bewährten sozialen Traditionen, die viele Jahrzehnte der Wiener Bevölkerung und den Gemeindebediensteten gute Dienste geleistet haben, zu beseitigen.

Dagegen ignorieren sie die Wortmeldungen ihrer eigenen SPÖ-GenossInnen von Wienstrom und schicken sie unverrichteter Dinge nach Hause. Es ist überhaupt keine Frage, dass die Personalvertretung das Leben und die Existenz der arbeitenden Menschen differenzierter sieht als die Manager, die die asoziale Philosophie der kapitalistischen Schule vertreten.

Darüber hinaus sitzen diese Manager auf allen Schlüsselposten des Konzerns und werden an den unsozialen Kapitalgeschäften zu immer reicheren Managern. Aber das aller Schlimmste daran ist, dass die Rathaus-SPÖ für diese Politik die Gewerkschaften missbraucht und lähmt.

Müssen sich die Bediensteten alles gefallen lassen?

Ein Gesichtspunkt der Betriebsversammlungen bei Wienstrom sollte auch die Frage des Widerstands sein. Dazu muss bewusst gemacht werden, dass Wienstrom mit seinen 3.000 ArbeitskollegInnen nur ein kleiner Teil der großen Gewerkschaft der Gemeindebediensteten ist.

Wenn der Zweck der Gewerkschaften ernst genommen wird, nämlich das Prinzip der gegenseitigen Solidarität, dann wäre Wienstrom mit seinen 3.000 Bediensteten nicht alleine. Es wäre eine starke Solidaritätsgemeinschaft von 70.000 Gewerkschaftsmitgliedern.

Vielleicht können die Wienstrom-Bediensteten alleine die drohende Verschlechterung abwehren. Aber ihre Chancen würden um Vieles besser sein, wenn nicht 3.000, sondern 70.000 Gewerkschaftsmitglieder den Hardlinern im Rathaus die rote Karte zeigen.

Die Aufgaben der Gewerkschaften sind:

Zum Mobilisieren von Solidarität und Widerstand gehört auch die Information um die Bildung von eigenen Meinungen bei den Mitgliedern zu schaffen. Um das alles zu organisieren, brauchen wir die Gewerkschaftsmittel. Den Schlüssel für die Gewerkschaftsmittel verwaltet der Vorsitzende der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten, Christian Meidlinger.

Aber Kollege Meidlinger ist zugleich Abgeordneter bei der Wiener SPÖ. Da die SPÖ-Abgeordneten wie "ein Mann" hinter den Managern der Finanzstadträtin Brauner stehen, könnte er die Schlüsseln für die Gewerkschaftsmittel nicht frei geben.

Statt dessen könnte er die Solidaritätsbewegung unterdrücken und die Personalvertretung von Wienstrom bedrängen, damit die Rathaus- SPÖ ihren radikalen Kurs gegen die Bediensteten fortsetzen kann.

Aufgaben des GdG-Vorsitzenden

Kollege Meidlinger sollte sich um seine Mitglieder kümmern und nicht um die Interessen der Finanzstadträtin. Er hat überhaupt keinen Auftrag, dass er sich für die Interessen der Manager einspannen lässt. Sein Aufgabenbereich ist ganz klar definiert: Er hat sich nur um die Interessen der Gewerkschaftsmitglieder, also um die ArbeitskollegInnen von Wienstrom zu kümmern. Und ich würde mich sehr freuen, wenn er an der Spitze beim Protestmarsch mitgeht.

Wenn es darauf ankommt, dann müssen wir hinter den Aktionen der Gewerkschaften stehen.

Wir müssen ein Signal des Widerstands setzen. Damit die Personalvertreter von Wienstrom, die Kollegen Kollinger und Kocher, mit unseren Forderungen nicht wieder abblitzen, brauchen sie unsere Unterstützung - wenn sie unsere Anliegen im Rathaus vortragen.

Zusammenfassung
Wir sollten alle gemeinsam zum Rathaus marschieren, um die Finanzstadträtin davon zu überzeugen, dass es neben den Aktien, Dividenden und Profiten, auch noch das Leben der einfachen arbeitenden Menschen gibt. Die Wiener Elektrizitätswerke mit den sozialen Traditionen muss und kann nur als Ganzes erhalten bleiben.


Gilbert Karasek

 
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